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Acht Wundermeridiane


ACHT WUNDERMERIDIANE beschreibt das emotionale, tiefenpsychologische, energetische und medizinische Wirkungsspektrum der Acht Ausserordentlichen Gefäße der traditionellen chinesischen Medizin. Die Wirkungen wurden hauptsächlich mit Akupressur und in zweiter Linie mit Akupunktur empirisch erforscht, die Ergebnisse über fünfzehn Jahre gesammelt und miteinander verglichen. Die gefundenen Wirkmöglichkeiten übersteigen vor allem im psychischen Bereich das bisher in der Akupunkturliteratur beschriebene Spektrum bei weitem. Der Grund hierfür liegt darin, daß in Akupunktur, Shiatsu und Akupressur vor allem die Punkte des Du Mài und Rèn Mài sowie die Meisterpunkte der anderen sechs Ausserordentlichen Gefäße verwendet werden – und nur ganz selten die vollständigen Punktsequenzen eines Wundermeridians.

Dieses Werk richtet sich sowohl an Fachleute – Ärzte, Heilpraktiker, Tuina- und Shiatsu-Praktiker – als auch an Studierende der chinesischen Medizin, von Shiatsu und Tuina. Obwohl es ein Fachbuch ist, ist es einfach verständlich geschrieben und so auch für den interessierten Laien zugänglich.



AUSZUG

DIE ACHT WUNDERMERIDIANE UND IHRE FUNKTIONEN

Die zwei wichtigsten und bekanntesten Wundermeridiane sind Du Mài und Rèn Mài. Die Zwölf Organmeridiane werden zusammen mit Du Mài und Rèn Mài auch als die Vierzehn Hauptmeridiane bezeichnet. Du Mài und Rèn Mài haben wie die Organmeridiane eigene Punkte.
Die anderen sechs Wundermeridiane haben einen meist tiefen Verlauf im Körper und keine eigenen Punkte. Sie sind den Organmeridianen übergeordnet, regulieren den Fluss  des Yáng Qì  und Yin Qì im Körper und gleichen den Fluss des Qì innerhalb der Organmeridiane aus. Sie kreuzen die Organmeridiane in ihrem Verlauf an verschiedenen Stellen und verbinden mindestens zwei Organmeridiane untereinander. Sie wirken auf ähnliche Weise wie Luò-Gefäße, die zwei gekoppelte Organmeridiane miteinander verbinden, nur haben sie eine übergeordnete Regulierungsfunktion, die auf alle Organmeridiane in ihrer Gesamtheit oder zumindest – wie beim Yin Wéi Mài und Yáng Wéi Mài – auf alle Yin Meridiane oder alle Yáng Meridiane wirkt. An den Kreuzungspunkten mit den Organmeridianen kann man auf die Wundermeridiane einwirken und den Energiefluss in ihnen steuern.



1.4.1   CHONG MÀI,  DER ZENTRALKANAL
             

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Das chinesische Schriftzeichen chong setzt sich aus zwei Zeichen zusammen:
Aus dem Zeichen zhong, welches Mitte bedeutet und sich in Punktenamen wie Zhongwan (Ren 12) oder Zhongfu (Lu 1) findet; und aus einem Klassenzeichen, welches für Wasser oder Flüssigkeit steht – das heißt, alle Zeichen, die dieses Klassenzeichen enthalten, haben etwas mit Wasser, mit Flüssigkeit zu tun. So enthält zum Beispiel das Zeichen hai, welches Meer bedeutet, auch das Klassenzeichen für Wasser.
Chong heißt also in der ursprünglichen Zusammensetzung Wasser und Mitte – man könnte es als Wasser in der Mitte begreifen und tatsächlich sind fast alle Punkte des Chong Mài Kreuzungspunkte mit dem Nierenmeridian. Zudem ist Wasser das Element unseres Wachstumpotentials – das Element der Möglichkeiten, die in unserem genetischen Code, in der von unseren Vorfahren ererbten Energie liegen: „Das Wesen des Wassers zeigt sich im Bild des Samenkorns, in dem, zusammengedrängt auf engen Raum, das Potential für einen großen Baum, für eine fein verästelte Entwicklung und Entfaltung liegt. Das Samenkorn ist die Essenz des Baumes.“  Das Element Wasser, und insbesondere sein Yin-Organ Niere, beherbergt Yuán Qì und Jing.
Wenn man im Wörterbuch nachschlägt, findet man für das Zeichen chong die Bedeutungen überlaufen, ausschütten (beide Bedeutungen haben mit Wasser, mit Flüssigkeit zu tun), sich stürzen, anstürmen, zusammenstoßen, rütteln, aufsteigen, und jung.
In den aus zwei Zeichen zusammengesetzten Wörtern impliziert chong etwas Junges, Mächtiges, Aufstrebendes, Aufsteigendes – eine Bewegung nach oben. So bedeutet zum Beispiel chong tian zum Himmel aufsteigen und chong rén minderjähriger Kaiser – rén ist das Zeichen für Mensch.
Man kann daher Chong Mài  als Gefäß der aufsteigenden Macht übersetzen, was seiner im Verlauf dieses Kapitels beschriebenen Wirkungsweise entspricht.

Der im Inneren des Stammes vor der Wirbelsäule und bis zum Scheitelpunkt des Kopfes aufsteigende tiefe Verlauf des Chong Mài wird von meridiansensitiven und hellsichtigen Menschen als Zentralkanal gesehen oder empfunden; in der tantrischen Tradition wird er als Innere Flöte bezeichnet.
In taoistischen und tantrischen Praktiken wie auch im Yoga wird Kraft und Energie durch bestimmte Körperhaltungen und Übungen, durch Visualisation und durch spirituell orientierte Sexualität im Becken erweckt und im Zentralkanal nach oben geleitet; auf ihrem Weg nach oben nährt das aufsteigende Yuán Qì und Jing die Chakren. Bei einer Fülle an Qì und Jing in der Inneren Flöte und im Du Mài entfalten sich die Chakren zu geöffneten, wirbelnden Lotusblüten. Gibt es eine Fülle an Qì und Jing im Körper allgemein und vor allem in den zwei inneren Yin-Schichten, dem Jué Yin, welches von den Speicherorganen Herzhülle und Leber
gespeist wird, und dem Shào Yin, welches von den Zàng Organen Herz und Nieren genährt wird, kommt es zu einer qualitativen Veränderung der Energiestruktur des Organismus, die zu einem erhöhten und sich von allen bisher empfundenen geistig-körperlichen Zuständen  deutlich unterscheidenden Bewusstseinszustand führt. Diese erhöhte Bewusstheit zeichnet sich durch die ständige Wachheit des Inneren Beobachters oder Inneren Zeugen aus, der alles, was in einem selbst an Sinnes- und Körperempfindungen, Gefühlen und Gedanken vorhanden ist, als innen durchziehende Wolke vor dem blauen Himmel des nichtwertenden Bewusstseinshintergrundes wahrnimmt, ohne sich, in keinem Moment, mit einer der Wolken zu identifizieren. Durch die Lichthaftigkeit dieses  Bewusstseinszustandes – deshalb wird sie Erleuchtung genannt - und die Nichtidentifikation mit den einzelnen Wolken ist eine durchgängige Wolkendecke höchst selten und unwahrscheinlich.
Wenn das im Shào Yin und im Jué Yin, im Rèn Mài und vor allem im Chong Mài und Du Mài angesammelte Qì und Jing  ausreicht, um diesen erhöhten Bewusstseinszustand eine Weile aufrechtzuerhalten, und man sich dann in seinem ursprünglichen Wolken-Geist wieder findet, nennt man diesen Zustand im Zen satori. Wird die qualitative Veränderung der Energiestruktur dauerhaft, nennt man diesen Zustand der Erleuchtung im Yoga und Tantra samadhi oder, in einer weiteren Steigerungsform, mahasamadhi.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Funktion des Chong Mài als Zentralkanal der Lebensenergie in Zeichen und Worte gekleidet, indem er als Ursprung aller außerordentlichen Gefäße sowie als See der Zwölf Meridiane bezeichnet wird.
Der Chong Mài verteilt Yuán Qì und Jing von den Nieren und Nebennieren an Rèn Mài, Du Mài und die anderen Wundermeridiane, deren Funktion es wiederum ist, Qì und Jing über den ganzen Körper zu verteilen. Insofern wird klar, dass in ihm als zentralem Energiekanal die Ursprungsenergie des Menschen fließt, die sich an der Rückseite des Körpers zur Yáng-Energie differenziert, welche im Du Mài aufsteigt, und an der Vorderseite zur Yin-Energie, welche im Rèn Mài strömt.
Die Dreifaltigkeit von Chong Mài, Rèn Mài und Du Mài als den Zàng und Fu und ihren Meridianen übergeordnete Energiekanäle findet ihre Entsprechung in der am Beginn des Kapitels zitierten taoistischen Anschauung:

Im Anfang war das Dào 
Aus dem Dào wurde Yin und Yáng 
Aus Yin und Yáng entstanden die Fünf Elemente
Aus den Fünf  Elementen alle Erscheinungsformen des Daseins

Je nach Betrachtungsweise kann man also sagen, dass Chong Mài, Rèn Mài und Du Mài ein Abbild des Dào und der Urprinzipien von Yin und Yáng im menschlichen Mikrokosmus sind – oder dass die energetische Wirklichkeit dieser drei Hauptmeridiane und der 12 Organmeridiane der Ursprung des geistigen Bildes ist, das wir vom Universum und seinen Gesetzmäßigkeiten entwerfen.


1.4.2   DU MÀI UND RÈN MÀI, DER KLEINE ENERGIEKREISLAUF

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Der Du Mài wird “das Meer des Yáng” genannt und ist das Hauptreservoir oder das Sammelgefäß des Yáng Qì, der Yáng-Energie des Organismus. Der Rèn Mài wird “das Meer des Yin” genannt und ist das Hauptreservoir oder das Sammelgefäß des Yin Qì, der Yin-Energie des Körpers.
Du Mài und Rèn Mài bilden den Kleinen Energiekreislauf, der zusammen mit dem Chong Mài das Herz des Meridiansystems darstellt. Das Qì fließt im Du Mài aufwärts, vom After zum Mund. Die Flussrichtung im Rèn Mài ist variabel und umgekehrt, sie passt sich den energetischen Strömungsverhältnissen im Körper an.


1.4.3   WÉI MÀI, KRÄFTIGES YÁNG, HARMONISCHES YIN

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Der Wéi Mài besteht aus einem Yáng Meridian und einem Yin Meridian.
Der Yáng Wéi Mài verbindet die sechs Yáng Organmeridiane miteinander und gleicht ihr Qì untereinander aus. Dadurch harmonisiert er das Qì in den drei Yáng Schichten des Körpers.
Der Yin Wéi Mài verbindet die sechs Yin Organmeridiane miteinander, gleicht ihr Qì untereinander aus und koordiniert die drei Yin Schichten des Organismus.
Yáng Wéi Mài und Yin Wéi Mài werden als Paar zum  Wéi Mài zusammengefasst, zum Großen Verbindungsmeridian, in der englischsprachigen Literatur oft Great Regulator Channel genannt.

Auszüge aus den Kapiteln über Wéi Mài:

2.1.3     WIRKUNGSSPEKTRUM DES JAPANISCHEN VERLAUFES DES YÁNG WÉI MÀI

Das Wirkungsspektrum wurde aus vielen persönlichen Berichten empirisch erarbeitet; die oben abgedruckten Erfahrungsberichte bilden einen repräsentativen Querschnitt.

Die Hauptwirkungen:
(1) tief entspannend durch Ausgleich der Yáng-Energie; die Beine werden schwer, man hat das Gefühl, in den Boden zu versinken
(2) man fühlt sich energiegeladen, leicht und wach -  die Yáng-Energie wird gestärkt: Energieleere in den Yáng-Organen wird oft schon mit einer Behandlung ausgeglichen, vorausgesetzt, es gibt mindestens ein Yáng-Organ, welches ausreichend Qì hat; Yáng-Organe, die nach  einer oder zwei Behandlungen noch immer einen Energiemangel aufweisen, sind meist schon seit langer Zeit leer, sind akut oder chronisch krank
(3) Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit sind erhöht, vor allem der Hörsinn (der durch SJ 5, SJ 15 und die Gallenblasenpunkte im Sanjiao- und Gallenblasenmeridian angeregte Qì-Fluß verfeinert die Wahrnehmungen von Auge und Ohr – man sieht und hört besser)
(4) die Schutzhülle des Organismus wird wahrnehmbar gestärkt – man hat das Gefühl, sich besser abgrenzen zu können; diese Wirkung ist vor allem den Sanjiao-Punkten, Quchí (Di 11) und Naòshu  (Dü 10) zuzuschreiben
(5) man fühlt Wärme und Hitze im Körper, vor allem Unterbauch, Becken und Beine werden warm und besser mit Qì versorgt –  Zú-Línqì (G 41) ist Meisterpunkt und Wàiguan (SJ 5) gekoppelter Meisterpunkt des Dài Mài; verbesserter Qì-Fluß im Becken und Unterbauch regt erotische Gefühle an und die Fähigkeit zur sexuellen Lust
(6) das Feuerelement wird angeregt - man empfindet Freude und Lebenslust
(7) das Holzelement wird angeregt: man verspürt einen starken Drang, sich zu bewegen, hat Bilder vom Gehen und vom eigenen Lebensweg, und hat den Wunsch, konkrete Dinge in seinem Leben zu verändern – vieles wird davon nach der Behandlung in Angriff genommen; diese Wirkung wird vor allem von den Gallenblasenpunkten verursacht; manchmal spürt man auch Ärger, Grant und Wut 
(8) man sieht sich und wichtige Strukturen der eigenen Vergangenheit von einer höheren Warte aus und zieht Bilanz – über die Beziehungen zum Außen, zu anderen Menschen, vor allem zum anderen Geschlecht; Wàiguan (SJ 5) und Yángbái (G 14) geben den Impuls für Überblick und Vision, Quchí (Di 11) und Bìnào (Di 14) schärfen den Blick für das Wesentliche; man nimmt sich die Zeit und findet die richtigen Worte, um unaufgeräumte Situationen, beruflich wie privat,   klarzustellen und zu bereinigen –  auf taktvolle, aber auch unmissverständliche Art und Weise
(9) der Yáng Wéi Mài öffnet den Zugang zu tieferen,  manchmal verdrängten Emotionen wie Traurigkeit, Herzgefühlen, Verweigerung, Trotz und Aggression
(10) manchmal regen die Gallenblasenpunkte die Entgiftung des Organismus an: Schlacken werden vermehrt aus dem Gewebe ausgeschieden und gelangen in die Blutbahn, man fühlt sich abgeschlagen und müde  und schwitzt mehr
(11) bei heftigen Gefühlen und aufgewühlten Emotionen wirkt der Yáng Wéi Mài aber auch beruhigend und ausgleichend, da er das Yáng harmonisiert - man kann sich besser von seinen wunden Punkten und Problemen distanzieren und wird von seinen Emotionen nicht mehr so gebeutelt 
(12) das Zeitempfinden verändert sich – man erlebt sich in Zeitlupe, die Zeit dehnt sich aus.

2.1.4     INDIKATIONEN DES JAPANISCHEN VERLAUFES DES YÀNG WÈI MAI

Da die meisten Punkte des Yáng Wéi Mài auf den Meridianen der Gallenblase und des Sanjiao liegen, stärkt die Aktivierung des Yáng Wei Mài besonders die Energieschicht des Shao Yáng und das Holzelement. Daher ist die Aktivierung des Yáng Wéi Mài angezeigt, wenn man sich schwach und kraftlos fühlt und ohne Mut, wenn man schon von kurzer Arbeit und Tätigkeit erschöpft ist und man sich daher wenig und ungern bewegt. Der Yáng Wéi Mài macht dynamisch und aktiv, er gibt Bewegungsdrang, Tatkraft, Mut und Energie. Der Yáng Wéi Mài hilft Bewegungsmuffeln und Übergewichtigen, wieder in Bewegung zu kommen und Fett in Muskeln zu verwandeln, Stagnation in Fluß. Ebenso ist es von Vorteil, den Yáng Wéi Mài anzuregen, um Kraft und Energie für eine mühsame Arbeit oder eine langwierige Reise aufzubauen, zum Beispiel für einen Interkontinentalflug oder eine Autofahrt in den Sommerurlaub, oder auch um den Biss und die mentale und physische Leistungsfähigkeit eines Sportlers bei einem Wettkampf zu erhöhen

Das Holzelement enthält die Vorstellung und Vision, die wir von unserem Leben haben, unseren Lebensplan. Die allgemeine Anregung des Holzelementes und Punkte wie Yángbái (G 14) und Wàiguan (SJ 5) geben den Impuls, das eigene Leben und seine Strukturen aus der Vogelperspektive zu überschauen, Punkte wie Quchí (Di 11) und Bìnào (Di 14) schärfen den Blick für das Wesentliche. Manchmal sieht man Bilder vom Gehen und vom eigenen Lebensweg und hat den Wunsch, konkrete Dinge in seinem Leben zu verändern. Daher ist die Aktivierung des Yáng Wéi Mài angezeigt, wenn einem der Lebensplan in der zermürbend banalen Mühle des Alltags abhanden gekommen ist, wenn man  der geistigen Abtötung durch die auf Erzeugung von Angst und Konsumgier ausgerichtete Tele-Vision  erlegen ist und  schon länger keine eigenen Gedanken und Lebens-Bilder mehr entworfen hat – wenn man nicht mehr weiter weiß und dennoch dunkel ahnt und hofft, dass das eigene Leben noch andere Lebensmöglichkeiten bereit hält. Das Holzelement und der Yáng Wéi Mài machen wagemutig und kühn.

Der Yáng Wéi Mài koordiniert das Yáng und leitet Qì zum Kopf – man fühlt sich leicht und wach, Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit vor allem der Augen und Ohren sind erhöht. Die Aktivierung des japanischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài ist förderlich, wenn einem eine Arbeit oder Tätigkeit bevorsteht, bei der man einerseits hoch konzentriert, geistig wach und leistungsfähig sein muß und andererseits in gutem Kontakt mit der Umwelt, aufgeschlossen und sensibel gegenüber den Signalen der Umgebung – sei es als Dirigent oder Musiker in einem Orchester oder einer Band, sei es als Schauspieler bei einer Theateraufführung, sei es als Sportler bei einem Wettkampf – und besonders wenn man Teil einer Mannschaft ist.

Der Yáng Wéi Mài harmonisiert das Qì in den drei äußeren Energieschichten des Körpers – die Schutzhülle des Organismus wird wahrnehmbar gestärkt und man kann sich der Umwelt gegenüber besser abgrenzen. Daher ist die Aktivierung des Yáng Wéi Mài angezeigt, wenn einen die Vorgänge in der Umgebung sehr stark berühren und man schnell in die Angelegenheiten anderer Menschen verwickelt wird, wenn man schlecht bei sich bleiben und sich auf seine eigenen Aufgaben konzentrieren kann, wenn man übermäßig reizbar auf Störungen reagiert und man sich sehr schnell von anderen angegriffen und verletzt fühlt.
Die gestärkte Energiehülle bedeutet auch Schutz gegenüber beeinträchtigenden oder krank machenden Einflüssen des Wetters und des Klimas, vor allem bei Föhn und schnellem Wetterwechsel – man friert weniger leicht, verkühlt sich weniger leicht, leidet weniger unter Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit und Wind.

Die hier geschilderten Indikationen des japanischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài gelten im Großen und Ganzen auch für den chinesischen Verlauf – die Wirkung des japanischen Verlaufes ist im allgemeinen dynamischer und extravertierter, die des chinesischen introspektiver und introvertierter.

Yang Wei Mai - chin. Verlauf

 

4.1.3    WIRKUNGSSPEKTRUM DES JAPANISCHEN VERLAUFES DES YIN WÉI MÀI

Das Wirkungsspektrum wurde aus vielen persönlichen Berichten empirisch erarbeitet; die oben abgedruckten Erfahrungsberichte bilden einen repräsentativen Querschnitt.
Die Hauptwirkungen:
(1) man nimmt sein Grundgefühl stärker wahr; die wahrgenommenen Gefühle zeigen an, welches Element gerade bestimmend ist – oder nicht gelebt und unterdrückt wurde; da der Yin Wéi Mài die sechs Yin Organe miteinander verbindet, können Gefühle aus jedem Elementarbereich bewusst werden; charakteristisch für den Yin Wéi Mài ist, dass man sich emotionaler fühlt als sonst, in der Folge meist weicher und empfindsamer; man fühlt Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Liebe
(2) man fühlt sich zentriert, wohlig und entspannt; Frauen fühlen sich weiblicher
(3) man fühlt Freude, fühlt sich glücklich und fröhlich, man lacht viel, man weint Tränen der Rührung und des Glücks
(4) man fühlt sich geistig wach und präsent
(5) man fühlt sich plötzlich traurig oder wehmütig und muss weinen
(6) Bilder und Erinnerungen aus der Kindheit tauchen auf; man fühlt alte Verletzungen und Wunden wieder; man zieht Bilanz über seine Vergangenheit
(7) manchmal kann auch Wut hochkommen, vor allem in Zusammenhang mit  Erinnerungen an Kindheit und Jugend
(8) man sieht die Welt im Panoramablick, bei dem man den gesamten Raum gleichzeitig wie im Kino wahrnimmt, ohne auf ein einzelnes Ding zu fokussieren
(9) die Wahrnehmung geht nach innen, man nimmt das Innen differenzierter wahr – man sieht in sich Knochen, Muskeln, Meridiane oder Energiezentren, zum Beispiel das erste Chakra als  roten Ball, den Chong Mài als rote Säule, die Öffnung in Baihuì als blauen Trichter

4.1.4    INDIKATIONEN DES JAPANISCHEN VERLAUFES DES YIN WÉI MÀI

Die Aktivierung des Yin Wéi Mài bewirkt, dass man die in einem selbst vorherrschenden Grundgefühle, die oft unter der Oberfläche des Alltagsdenkens und der Alltagsroutine verborgen sind, deutlich wahrnimmt. Die wahrgenommenen Gefühle zeigen an, welches Element im emotionalen Bereich gerade bestimmend ist – oder nicht gelebt und unterdrückt wurde. Der Yin Wéi Mài bringt Tiefengefühle ins Bewusstsein und seine Aktivierung ist daher bei allen Menschen angezeigt, die den Zugang zu ihrer Gefühlsnatur und ihrer tieferen Lebensmotivation mehr oder weniger verloren haben und sich danach sehnen, sich wieder ganz zu spüren, emotional ganz und heil zu werden und das Leben in seiner wunderbaren Vielfalt wieder mehr vom Fühlen her zu erfassen - und nicht nur aus der Gewohnheit und aus dem Kopf heraus zu leben.

Da die meisten Punkte des Yin Wéi Mài auf den Meridianen der Herzhülle und des Milz-Pankreas liegen, stärkt die Aktivierung des Yin Wéi Mài besonders die Elemente Feuer und Erde. Nach einer Aktivierung des Yin Wéi Mài fühlt man sich oft fröhlich und glücklich, man freut sich und lacht viel  (Element Feuer); man fühlt sich wohlig und entspannt (Element Erde); man ist geistig wach und präsent (Element Feuer). Der Yin Wéi Mài kann eine trübe, missmutige und depressive Stimmung aufhellen und neuen Lebensmut geben.
Im Unterschied dazu gibt die Aktivierung des Yáng Wéi Mài ebenfalls Mut, aber es ist der Mut der Tat - der Mut, zu handeln und Dinge in Angriff zu nehmen, die man schon lange tun wollte, aber nicht die  Tatkraft und Energie dazu hatte.
Der aus dem Yin Wéi Mài fließende Lebensmut hingegen gründet im emotionalen Bereich; er entspringt der Lebensfreude, der Lebenslust und der Wärme, die in Freundschaften und herzlichen Begegnungen mit anderen Menschen entstehen. Das durch den Yin Wéi Mài gestärkte Element Erde gibt im emotionalen Bereich Sicherheit und Geborgenheit – man fühlt sich wohl in seiner Haut, man ist imstande, die sozialen Regeln zu achten, und fühlt sich von den anderen anerkannt und geliebt. Das Element Feuer gibt die Freude an der Begegnung, die Freude am Gedankenaustausch mit den anderen, den Witz, den Humor, das Gelächter.
Durch Anregung des Yin Wéi Mài kann man Menschen helfen, mehr Wärme und Herzlichkeit in festgefahrene, trocken und rissig gewordene soziale Beziehungen, Freundschaften, Liebschaften und Ehen zu bringen. Auch kann man die Erfahrung machen, voll stiller innerer Freude zu sein, wunschlos glücklich mit sich selbst und niemanden zu seinem Glück zu brauchen. Die Erfahrung der Lebensfreude nur aus sich selbst heraus wird durch den Meridian der Herzhülle angeregt – vor allem durch Tianquán (HH 2). Ist die Herzhülle im Gleichgewicht, kann man sowohl liebevolle Gefühle für andere Menschen empfinden und ausdrücken, kann man auf anmutige und fließende Art und Weise geben und nehmen, berühren und sich berühren lassen, als auch mit sich selbst allein glücklich und zufrieden sein.

Der Yin Wéi Mài harmonisiert das Qì in den drei inneren Energieschichten des Körpers und gleicht die Energie zwischen den sechs Yin-Organen und ihren Meridianen aus. Es können daher Gefühle aus jedem Elementbereich bewusst werden. Manchmal kommen auch alte Verletzungen und Erinnerungen aus der Kindheit hoch, die in einer der drei Yin-Schichten oder in einem der sechs Yin-Organe gespeichert sind. Manchmal ist es, neben Glück und Freude, auch Wehmut und Trauer (Element Metall), oder Selbstzweifel, Ungeduld, Wut und Ärger (Element Holz). Gefühle aus dem Bereich des Metallelements werden meist durch Zhongfu (Lu 1) und Tiantú (Ren 22) ausgelöst, Gefühle des Holzelements durch Yángbái (G 14) und Qimén (Le 14). Manchmal zieht man auch Bilanz über seine Vergangenheit und kann liegengebliebene Gefühle aus einem neuen, gegenwärtigen Blickwinkel sehen und integrieren.
Alte Traumen, bedrückende Situationen der Kindheit („ich bin als Kind fast verkümmert“) und weit in die Vergangenheit zurückreichende Wut auf Vater oder Mutters sind oft in der Leber gespeichert und werden durch Qimén zugänglich.

Der Yin Wéi Mài koordiniert das Yin und leitet das Qì zu Brust und Bauch – man ist emotionaler und gefühlvoller als sonst. Die Aktivierung des Yin Wéi Mài ist förderlich, wenn man hart gearbeitet und viel im Kopf gelebt hat - und wenn der Kontakt zu der eigenen Gefühlsnatur dünn und spärlich geworden ist. Der beste Zeitpunkt für den Yin Wéi Mài ist, wenn das Wochenende oder der Urlaub bevorsteht.

1.4.4    QIAO MÀI,  AKTIVITÄT UND MUSSE 

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Der Qiao Mài besteht ebenfalls aus einem Yáng Meridian und einem Yin Meridian.
Der Yin Qiao Mài reguliert die Yin-Energie des Organismus. Er ist ein Reservoir des Yin - die Organmeridiane und Organe werden daraus mit Yin-Energie versorgt, wenn zuwenig Yin-Energie in ihnen zirkuliert. Bei Erschöpfung und Übermüdung fördert die Aktivierung des Yin Qiao Mài den Wiederaufbau des Yin – man erholt sich rascher als sonst, die Lebensfreude kehrt zurück. Wenn zuviel Yin-Energie die Lebensprozesse verlangsamt, kann diese in den Yin Qiao Mài als Speicher der Yin-Energie abfließen. Man kann den Yin Qiao Mài als Stausee für Yin-Energie begreifen, der je nach Bedarf des Gesamtorganismus Yin-Energie abgibt oder aufnimmt.

Der Yáng Qiao Mài reguliert die Yáng-Energie des Organismus. Er ist ein Reservoir des Yáng - die Organmeridiane und Organe werden daraus mit Yáng-Energie versorgt, wenn zuwenig Yáng-Energie in ihnen zirkuliert. Wenn zuviel Yáng-Energie heiße und akute Symptome verursacht, kann diese in den Yáng Qiao Mài als Speicher der Yáng-Energie abfließen. Man kann den Yáng Qiao Mài als Stausee für Yáng-Energie begreifen, der je nach Bedarf des Gesamtorganismus Yáng-Energie abgibt oder aufnimmt.
Die Aktivierung des Yáng Qiao Mài mit Akupressur hat eine deutliche Yáng-Wirkung -  der Körper wird warm oder heiß, man braucht wenig Schlaf und wird physisch rasch wieder fit. Er ist daher gut geeignet, wenn man schnell wieder leistungsfähig werden will, vor allem wenn man in einer Situation voraussichtlich wenig Schlaf bekommen wird – bei Nachtdiensten oder Reisen. Um rasch wieder körperlich und geistig leistungsfähig zu werden, ist es sehr wirksam, Yáng Qiao Mài mit Du Mài oder mit Yáng Wéi Mài zu kombinieren.
Die Aktivierung des Yáng Qiao Mài wirkt sich oft auf den gesamten Qiao Mài aus – Yáng und Yin Qì werden gesammelt, erneuert und rascher verfügbar; dadurch können Körper und Geist je nach Wunsch oder nach Erfordernis der Situation rascher zwischen Yin- und Yáng-Zustand wechseln - die Fähigkeit ist erhöht, rasch von Entspannung auf konzentrierte Wachheit umzuschalten, und, wenn es nicht mehr erforderlich ist, sich mit dem Ausatmen wieder zu entspannen
Eine allgemeine Yáng-Fülle – vor allem Schlaflosigkeit, nervöse Störungen und Übererregbarkeit – kann man durch Nadelung von Shenmài (B 62), den Meisterpunkt des Yáng Qiao Mài, wirksam behandeln.

Durch die Aktivierung von Yáng Qiao Mài und Yin Qiao Mài kann man allgemein Yin und Yáng im Körper und Geist ausgleichen. Wenn das Qì im  Qiao Mài  fließt, kann man rasch von Arbeit auf Erholung umschalten. So ist es vorteilhaft, den Qiao Mài nach der Arbeit oder einer längeren Arbeitsphase zu bekommen – vor allem wenn man Zeit hat sich zu erholen, zu Beginn des Wochenendes oder eines Urlaubs. Wenn man sich ausgezehrt und erschöpft fühlt, vor allem wenn man zu wenig Schlaf gehabt hat oder sich mental sehr angestrengt hat, ist der Qiao Mài das Mittel der Wahl. Er bringt ein tiefes Ausruhen mit sich und fördert rasche und gründliche Regeneration.

Yang Chiao Mai - jap. Verlauf

 

DÀI MÀI,  DAS GÜRTELGEFÄSS                      

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Der Dài Mài ist der einzige horizontal verlaufende Meridian des Körpers. Er  verbindet die senkrecht am Rumpf verlaufenden Meridiane und gleicht ihr Qì untereinander aus – den Gallenblasen- und Nierenmeridian, den Magen- und Milz- Pankreas-Meridian, den Du Mài und Rèn Mài. Nach traditionellen Quellen liegen nur der Blasen- und der Lebermeridian in der Schichtung ausserhalb des Dài Mài. Das konnte  von mir und meinen Mitforschern nicht wahrgenommen werden.
Wahrnehmbar ist, dass er die Zirkulation des Qì im Hara und im Becken deutlich verbessert und eine heilsame Wirkung auf Uterus und Eierstöcke hat. Insbesonders bei Regelschmerzen und Menstruationsstörungen, bei sexueller Unlust, Geschlechtskälte und Impotenz kann er eine deutliche Linderung der Beschwerden und eine wohltuende Anregung der Sexualität bewirken.



Inhaltsverzeichnis INHALTSVERZEICHNIS:

INHALT

Danksagung....................................................................................................................................... 4 Vorwort.............................................................................................................................................. 5
Prolog ............................................................................................................................................. 12
1 Die Wundermeridiane im Überblick ............................................................................................ 14

1.1 Geschichte.................................................................................................................................... 14

1.2 Chinesische Energie- und Substanzenlehre ..................................................................................... 16
1.2.1 Qì, die Lebensenergie ................................................................................................................ 16
1.2.1.1 Yuán Qì, die Erbenergie .......................................................................................................... 19
1.2.1.2 Gu Qì, das Nahrungs-Qì .......................................................................................................... 22
1.2.1.3 Zong Qì, das Ahnen-Qì ........................................................................................................... 23
1.2.1.4 Zhèng Qì, das wahre Qì .......................................................................................................... 26
1.2.1.5 Yíng Qì, das nährende Qì ........................................................................................................ 26
1.2.1.6 Der Grosse Energiekreislauf .................................................................................................... 27
1.2.1.7 Jing Qì, das Qì der Meridiane ................................................................................................... 28
1.2.1.8 Wèi Qì, die Abwehrenergie ...................................................................................................... 28
1.2.2 Jing, die Essenz ........................................................................................................................ 30
1.2.2.1 Xian Tian Zhi Jing, die angeborene Essenz ................................................................................ 31
1.2.2.2 Hòu Tian Zhi Jing, die erworbene Essenz .................................................................................. 31
1.2.3 Wu Shén, der Geist der Elemente ............................................................................................... 33
1.2.3.1 Shén, das Bewusstsein ........................................................................................................... 35
1.2.3.2 Yì, der Intellekt ...................................................................................................................... 36
1.2.3.3 Zhì, der Wille ......................................................................................................................... 41
1.2.3.4 Hún, die Wolkenseele ............................................................................................................. 41
1.2.3.5 Pò, der Instinkt ...................................................................................................................... 42

1.3 Entwicklung des Meridiansystems vor der Geburt ............................................................................ 43

1.4 Die Acht Wundermeridiane und Ihre Funktionen ............................................................................. 44
1.4.1 Chong Mài, der Zentralkanal ...................................................................................................... 44
1.4.2 Du Mài und Rèn Mài, der kleine Energiekreislauf .......................................................................... 44
1.4.3 Wèi Mài, Kräftiges Yáng, Harmonisches Yin ................................................................................. 45
1.4.4 Qiao Mài, Aktivität und Musse .................................................................................................... 46
1.4.5 Dài Mài, das Gürtelgefäß ........................................................................................................... 47

2 Yáng Wéi Mài .............................................................................................................................. 48

2.1 Japanischer Verlauf ..................................................................................................................... 51
2.1.1 Kreuzungspunkte des Yáng Wéi Mài mit den Organmeridianen ...................................................... 51
2.1.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des japanischen Verlaufes
des Yáng Wéi Mài mit Akupressur ...................................................................................................... 70

2.1.3 Wirkungsspektrum des japanischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài ................................................... 77
2.1.4 Indikationen des japanischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài ............................................................ 78

2.2 Chinesischer Verlauf ................................................................................................................... 80
2.2.1 Kreuzungspunkte des Yáng Wéi Mài mit den Organmeridianen ..................................................... 80
2.2.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des chinesischen Verlaufes
des Yáng Wéi Mài mit Akupressur ...................................................................................................... 92
2.2.3 Wirkungsspektrum des chinesischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài ................................................ 100
2.2.4 Indikationen des chinesischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài ......................................................... 101

2.3 Dynamische Anordnung des chinesischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài ........................................... 103
2.3.1 Persönliche Berichte nach Behandlung der dynamischen Anordnung
des chinesischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài mit Akupressur ............................................................. 103
2.3.2 Wirkungsspektrum der dynamischen Anordnung des
chinesischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài .......................................................................................... 104
2.3.3 Indikationen der dynamischen Anordnung des chinesischen Verlaufes des Yáng Wéi Mài ............... 105

3 Dài Mài ...................................................................................................................................... 106

3.1 Verlauf ..................................................................................................................................... 107

3.2 Kreuzungspunkte....................................................................................................................... 107

3.3 Persönliche Berichte nach Behandlung des japanischen
Verlaufes des Yáng Wéi Mài und des Dài Mài mit Akupressur .............................................................. 110

3.4 Wirkungsspektrum des chinesischen Verlaufes des
Yáng Wéi Mài und des Dài Mài ........................................................................................................ 115

3.5 Indikationen des Dài Mài .......................................................................................................... 115

4 Yin Wéi Mài ............................................................................................................................. 118

4.1 Japanischer Verlauf ................................................................................................................. 120
4.1.1 Kreuzungspunkte des japanischen Verlaufes des Yin Wéi Mài
mit den Organmeridianen und dem Rèn Mài .................................................................................... 120
4.1.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des japanischen
Verlaufes des Yin Wéi Mài mit Akupressur ....................................................................................... 134
4.1.3 Wirkungsspektrum des japanischen Verlaufes des
Yin Wéi Mài .................................................................................................................................. 141
4.1.4 Indikationen des japanischen Verlaufes des Yin Wéi Mài ........................................................... 141

4.2 Chinesischer Verlauf ................................................................................................................ 144
4.2.1 Kreuzungspunkte des chinesischen Verlaufes des Yin Wéi Mài
mit den Organmeridianen .............................................................................................................. 144
4.2.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des chinesischen
Verlaufes des Yin Wéi Mài .............................................................................................................. 150
4.2.3 Wirkungsspektrum des chinesischen Verlaufes des
Yin Wéi Mài .................................................................................................................................. 157
4.2.4 Indikationen des chinesischen Verlaufes des Yin Wéi Mài .......................................................... 158
4.2.5 Erfahrungsbericht nach Behandlung der Chinesischen Verläufe
des Yin Wéi Mài und des Yáng Wéi Mài mit Akupressur ..................................................................... 160

5 Chong Mài ............................................................................................................................... 162

5.1 Verlauf ................................................................................................................................... 166

5.2 Kreuzungspunkte des Chong Mài mit dem Rèn Mài
und den Organmeridianen .............................................................................................................. 167

5.3 Persönliche Berichte nach Behandlung des Chong Mài
mit Akupressur ............................................................................................................................. 173
5.3.1 Wirkungsspektrum des Chong Mài .......................................................................................... 174
5.3.2 Indikationen des Chong Mài ................................................................................................... 174

5.4 Persönliche Berichte nach Behandlung des Chong Mài und des
japanischen Verlaufes des Yin Wéi Mài mit Akupressur ..................................................................... 176
5.4.1 Wirkungsspektrum des Chong Mài und des japanischen Verlaufes
des Yin Wéi Mài ............................................................................................................................ 178

5.5 Persönliche Berichte nach Behandlung des Chong Mài und des
chinesischen Verlaufes des Yin Wéi Mài mit Akupressur .................................................................... 179
5.5.1 Wirkungsspektrum des Chong Mài und des chinesischen Verlaufes
des Yin Wéi Mài ............................................................................................................................ 184

5.6 Persönliche Berichte nach Behandlung des Chong Mài und
des Dài Mài mit Akupressur ........................................................................................................... 185
5.6.1 Wirkungsspektrum des Chong Mài und des Dài Mài .................................................................. 186

6 Rèn Mài ................................................................................................................................... 188

6.1 Verlauf ................................................................................................................................... 189

6.2 Die wichtigsten Punkte ............................................................................................................. 189

6.3 Verzeichnis der Punkte ............................................................................................................ 191

6.4 Indikationen des Rèn Mài ......................................................................................................... 213
6.4.1 Wirkungsspektrum des Rèn Mài ............................................................................................. 215
6.4.2 Indikationen des Rèn Mài ...................................................................................................... 216

6.5 Persönliche Berichte nach Behandlung des Rèn Mài
und des Chong Mài mit Akupressur ................................................................................................. 218
6.5.1 Wirkungsspektrum des Rèn Mài und Chong Mài ....................................................................... 220
6.6 Persönliche Berichte nach Behandlung des Yin Wéi Mài,
Rèn Mài und Chong Mài ................................................................................................................ 221
6.6.1 Wirkungsspektrum des Yin Wéi Mài, Rèn Mài und Chong Mài .................................................... 224
6.6.2 Indikationen des Yin Wéi Mài, Rèn Mài und Chong Mài ............................................................. 225

7 Yin Qiao Mài ........................................................................................................................... 226

7.1 Japanischer Verlauf .................................................................................................................. 228
7.1.1 Kreuzungspunkte des japanischen Verlaufes des Yin Qiao Mài
mit den Organmeridianen und dem Rèn Mài ..................................................................................... 228
7.1.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des japanischen
Verlaufes des Yin Qiao Mài mit Akupressur ....................................................................................... 235
7.1.3 Wirkungsspektrum des japanischen Verlaufes des Yin Qiao Mài .................................................. 238
7.1.4 Indikationen des japanischen Verlaufes des Yin Qiao Mài .......................................................... 239
7.1.5 Persönliche Berichte nach Behandlung des japanischen Verlaufes
des Yin Qiao Mài, des Rèn Mài und des Chong Mài mit Akupressur ..................................................... 239
7.1.6 Wirkungsspektrum des japanischen Verlaufes des
Yin Qiao Mài, des Rèn Mài und des Chong Mài ................................................................................. 244

7.2 Chinesischer Verlauf ................................................................................................................ 246
7.2.1 Kreuzungspunkte des chinesischen Verlaufes des Yin Qiao Mài
mit den Organmeridianen .............................................................................................................. 246
7.2.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des chinesischen Verlaufes
des Yin Qiao Mài mit Akupressur ..................................................................................................... 249
7.2.3 Wirkungsspektrum des chinesischen Verlaufes des Yin Qiao Mài ................................................ 252
7.2.4 Indikationen des chinesischen Verlaufes des Yin Qiao Mài ......................................................... 253

8 Du Mài ..................................................................................................................................... 256

8.1 Verlauf ................................................................................................................................... 257

8.2 Die wichtigsten Punkte .............................................................................................................. 258

8.3 Verzeichnis der Punkte ............................................................................................................. 258

8.4 Persönliche Berichte nach Behandlung des Du Mài mit Akupressur ................................................ 286

8.5 Wirkungsspektrum des Du Mài .................................................................................................. 286

8.6 Indikationen des Du Mài ........................................................................................................... 287

8.7 Persönliche Berichte nach Behandlung des Du Mài und Chong Mài
mit Akupressur ............................................................................................................................. 288
8.7.1 Wirkungsspektrum des Du Mài und Chong Mài ......................................................................... 290

8.8 Persönliche Berichte nach Behandlung des Du Mài, Yáng Wéi Mài
und Dài Mài mit Akupressur ........................................................................................................... 291
8.8.1 Wirkungsspektrum des Du Mài, Yáng Wéi Mài und Dài Mài ........................................................ 295

8.9 Persönliche Berichte nach Behandlung des Du Mài und
Rèn Mài mit Akupressur ................................................................................................................. 296
8.9.1 Wirkungsspektrum des Du Mài und Rèn Mài ............................................................................ 296

8.10 Persönliche Berichte nach Behandlung des Du Mài, Rèn Mài
und Chong Mài mit Akupressur ....................................................................................................... 298
8.10.1 Wirkungsspektrum des Du Mài, Rèn Mài und Chong Mài .......................................................... 298

8.11 Persönliche Berichte nach Behandlung des Du Mài, Rèn Mài,
Yáng Wéi Mài und Dài Mài mit Akupressur ....................................................................................... 302
8.11.1 Wirkungsspektrum des Du Mài, Rèn Mài, Yáng Wéi Mài und Dài Mài ......................................... 303

9 Yáng Qiao Mài ......................................................................................................................... 304

9.1 Japanischer Verlauf ................................................................................................................. 306
9.1.1 Kreuzungspunkte des Yáng Qiao Mài mit den Organmeridianen ................................................ 306
9.1.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des japanischen Verlaufes
des Yáng Qiao Mài mit Akupressur ................................................................................................. 316
9.1.2.1 Wirkungsspektrum des japanischen Verlaufes des Yáng Qiao Mài ........................................... 322
9.1.2.2 Indikationen des japanischen Verlaufes des Yáng Qiao Mài .................................................... 323
9.1.3 Persönliche Berichte nach Behandlung des Du Mài und
des japanischen Verlaufes des Yáng Qiao Mài mit Akupressur ............................................................ 324
9.1.3.1 Wirkungsspektrum des Du Mài und des japanischen Verlaufes
des Yáng Qiao Mài ....................................................................................................................... 325
9.1.4 Persönliche Berichte nach Behandlung des japanischen Verlaufes
Qiao Mài mit Akupressur ................................................................................................................ 325
9.1.4.1 Wirkungsspektrum des japanischen Verlaufes des Qiao Mài .................................................... 328

9.2 Chinesischer Verlauf ................................................................................................................ 330
9.2.1 Kreuzungspunkte des chinesischen Verlaufes des Yáng Qiao Mài
mit den Organmeridianen .............................................................................................................. 330
9.2.2 Persönliche Berichte nach Behandlung des chinesischen Verlaufes
des Yáng Qiao Mài mit Akupressur .................................................................................................. 344
9.2.2.1 Wirkungsspektrum des chinesischen Verlaufes des Yáng Qiao Mài .......................................... 349
9.2.2.2 Indikationen des chinesischen Verlaufes des Yáng Qiao Mài ................................................... 350
9.2.3 Persönliche Berichte nach Behandlung des chinesischen Verlaufes
des Qiao Mài mit Akupressur ......................................................................................................... 352
9.2.3.1 Wirkungsspektrum des chinesischen Verlaufes des Qiao Mài .................................................. 353

10 Aussprache der chinesischen Begriffe .................................................................................354

11 Bibliographie ........................................................................................................................ 356

 

8Wm PROLOG (Auszug)

In diesem Werk habe ich nur jene Begriffe der traditionellen chinesischen Medizin  verwendet, die von mir empirisch über Jahre hinweg überprüft worden sind und deren Begriffsinhalt mit unseren Sinnen wahrgenommen werden kann. Die individuellen Erfahrungsberichte über die Wirkungsweise der einzelnen Wundermeridiane und ihrer Kombinationen werden von mir seit fünfzehn Jahren systematisch gesammelt und sind unter Anführungszeichen gesetzt. Der Inhalt dieser Berichte geht weit über die bisher beschriebenen Indikationen der Acht Ausserordentlichen Gefäße hinaus  und läßt klar erkennbar werden, wo es sich bei den traditionellen Beschreibungen der Acht Wundermeridiane um aus dem Spekulativen gewonnene Erkenntnisse handelt, deren Zuordnungen und Formulierungen sich hartnäckig und unüberprüft über Jahrhunderte gehalten haben, und welche schon vor zweitausend Jahren beschriebenen Wirkungen für uns heute Gültigkeit und praktischen Wert haben können.

Die persönlichen Erfahrungsberichte geben Aufschluss über das weite Wirkungsspektrum der Acht Ausserordentlichen Gefäße im seelischen, geistigen und spirituellen Bereich. Die Wundermeridiane erschliessen eine Tiefe des Bewusstseins wie des Unbewusstseins, die mit den Organmeridianen nicht so häufig, nicht so leicht und mühelos erreicht werden kann. Da mir die Tiefen des Empfindens und der Seele sehr am Herzen liegen, habe ich dieses Buch geschrieben. Es war für mich ein schöner Weg voller wunderbarer Momente, immer wieder von Staunen und unvermutetem Glück geprägt – und es wird mich freuen, wenn dieses Werk  anderen Menschen Anregung bietet, die vielfältigen Dimensionen der Acht Wundermeridiane an sich selbst und am eigenen Leib zu erfahren und sie zum Wohle ihrer Patienten und Klienten anzuwenden.

Auszug aus Kapitel 2.1: JAPANISCHER VERLAUF DES YANG WEI MAI

SJ 5     Wàiguan
            Pass nach Außen
            Die Außenschichten verschließen


Funktion: Luò-Punkt – Verbindung zu HH 7.
Meisterpunkt des Yáng Wéi Mài.
Gekoppelter Meisterpunkt des Wundermeridians Dài Mài.

Lage: Auf der Außenseite des Unterarms zwischen Elle und Speiche, 2 cun proximal der Handgelenksfalte.
Massage: Wie auch andere Punkte des Sanjiao wirkt er individuell unterschiedlich auf die Drei Erwärmer – Brust, Bauch und Becken.

„Der Oberbauch wird sehr warm. Die Wärme breitet sich nach oben zur Brust hin aus.“
„Der Magen wird warm. Ich bekomme Hunger.“
„Ich fühle eine Welle vom Becken die Beine hinunter.“

Als Meisterpunkt des Yáng Wéi Mài verbindet er das Yáng: Wàiguan koordiniert die Yáng-Energien der F˘u-Organe und stärkt die Energiehülle des Körpers – man kann sich der Umgebung gegenüber besser abgrenzen und fühlt sich kräftig und aktiv.
„Ich fühle Ungeduld. Ich könnte aufspringen und davonlaufen. Meine Füße sind unruhig und ich verspüre leichten Ärger.“
„Das Qì fließt im Verlauf des Sanjiao Meridians zum Ohr und zum Auge. Dann hab ich mir von innen die Rückseite meiner Augen angesehen. Aus dem Qì-Fluss des Meridians entwickelt sich eine Schutzhülle aus Flies oder einer Zeltplane um mich herum – darin habe ich mich ganz groß und stark gefühlt.“
„Ich sehe mich verkleinert als Figur in einer Energiehülle sitzen. Der Durchmesser der Energiehülle ist nahezu so groß wie der Durchmesser der Figur.“
„Ich fühle mich wie in einem warmen Energie-Ei.“
„Ich fühle mich rundum wohlig.“
„Der Punkt ist sehr beruhigend.“

Wàiguan erleichtert eine zentrale Erfahrung taoistischer Meditation: Er stimuliert die Fähigkeit des Dritten Auges, sich mit bestimmten kosmischen Energieformen in Verbindung zu setzen – man nimmt eine goldene Helligkeit oder weiß-orangenes Licht im Kopfbereich wahr – “ein Loch in der Mitte der Stirn, wo die Sonne reinscheint”.
„Ich spüre einen Druck hinter den Augäpfeln und hinter der Stirn.“
„In mir ist Stille, Ruhe und  Offenheit.“
„Ich habe ein leichtes Gefühl in der Taille und bin in einem meditativen Zustand.“

Wàiguan stärkt die physische und geistige Sehkraft – wenn man innere Bilder sieht, sind sie meist glasklar wie ein Film.
„Anfangs ein Gefühl im Hinterkopf – ich sehe blaue Farben. Das Gefühl im Hinterkopf breitet sich in die Ohren aus. Ich durchbreche mit meinem Kopf eine Wolkenschicht. Mein Hinterkopf ist eine Wolke – ab den Augen nach oben ist blauer Himmel. Aus dem Hinterkopf sprießen Knospen oder kleine Äste.“
„Ich spüre eine Wärme im Nacken, in der Gegend von G 20.“
Wàiguan hilft bei  Schläfenkopfschmerzen  und bei Schwierigkeiten, sich abzugrenzen und Nein zu sagen.

Nadelung: 5-15 mm senkrecht. Nicht im Sitzen stechen: Bei kreislauflabilen Menschen kann er zu Schwindelgefühlen und Ohnmacht führen, da er als Luò-Punkt Qì aus dem Meridian der Herzhülle “anlockt” oder “abzieht”.

Wàiguan ist ein Hauptpunkt für rheumatische Beschwerden, Arthritis der Hand- und Fingergelenke und für alle sich bei Kälte, Wind und Feuchtigkeit verschlimmernden Krankheitssymptome.
Bei Wetterfühligkeit in Kombination mit Tianliáo (SJ 15) und Zúsanli (Ma 36).
Bei Arthritis und rheumatischen Beschwerden der großen Gelenke in Kombination mit Zú-Línqì (G 41) und lokalen Punkten.
Paresen, Schmerzen, Sensibilitätsstörungen – Taubheit und Eingeschlafensein – und Polyneuropathie der Arme und Hände.
Bei Verspannungen und Schmerzen im Nackenbereich und Schiefhals in Kombination mit Dàzhui (Du 14), Fengchí (G 20) und/oder Jianjing (G 21).
Migräne, besonders wenn sie durch Witterungseinflüsse und Wetterumschwung ausgelöst wird. Fieber, Nachtschweiß, Erkältung.
Ohrensausen, Schwerhörigkeit.
Entzündliche Hauterkrankungen und Juckreiz.

                                  
Dü 10   Naòshu
            Leitet das Qì zum Oberarm


Funktion: Vereinigungsspunkt von Yáng Wéi Mài und Yáng Qiao Mài.
Lage: In einer deutlichen Vertiefung direkt unterhalb der Schulterblattgräte, senkrecht über dem Ende der hinteren Achselfalte – senkrecht über Dü 9.

Massage:
Tief mit dem Daumen drücken. Naòshu entspannt die Schultern und den Nacken. Wie Jianzhen
(Dü 9) verbessert er den Energiefluss zwischen Rumpf und Armen und stärkt so die Fähigkeit, sich durchzusetzen –  die Schulter ist die Schaltstelle vom Fühlen und Sein zum Durchgreifen und Handeln.

„Aus Naòshu wachsen mir mächtige, dunkle Adlerflügel, die sich ausbreiten – ich bekomme ein Gefühl von Weite.“
„Ein fliessendes Gefühl in den Armen.“
„Ich bekomme Lust auf Brustschwimmen. Lust, den Latissimus dorsi anzustrengen!“
„Ich fahre freihändig Fahrrad und schaffe es, mit abgehobenem Vorderrad durch die Gegend zu donnern, es ist ein geiles Gefühl !“
„Die Handflächen werden sehr heiß. Ich zische ab wie eine Rakete, werde aber nicht von hinten angetrieben, sondern vom Feuer in den Händen nach vorn gesogen.“
„Zuerst fühle ich mich festgenagelt, dann fühle ich mich gut mit der Erde verbunden.“
„Ich bekomme das Bedürfnis zu knurren, habe ein Bild von knurrenden Raubkatzen.“
„Ich bin in einem Burgkellerraum; es ist nicht hell, aber auch nicht ganz dunkel. Auf einmal kommt durch ein kleines Fenster türkises Licht. Als mein Behandler mir sagt, ich solle mehr atmen, und ich  einen tiefen Atemzug hole, werde ich mit blauem Licht überschüttet – es kommt durch ein zweites kleines Fenster, das jetzt offen ist.“
„Mir kommt der Gedanke: Naoshu ist ein Punkt für Selbstregulation bei seelischer Erschöpfung.“
„Die Peristaltik im Dünndarm nimmt zu. Schleim löst sich aus der Nase hinten und rinnt runter in den  Rachen.“
„Meine akustische und räumliche Wahrnehmung rundherum ist viel plastischer, direkter und intensiver gefärbt als sonst. Ich höre bei jedem Laut, aus welcher Position im Raum er kommt. Hinter dem Ohr gehen Räume auf. Dann habe ich ein Freiheitsgefühl.“

Nadelung: 1 – 2 cm senkrecht. Schwäche des Schultergürtels, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Schultergelenk, Periarthritis humeroscapularis.

Als Punkt des Yáng Qiao Mài hilft er bei körperlicher und seelischer Erschöpfung. Stirn- und Hinterkopfschmerzen, schmerzenden Augen und ophthalmischer Migräne. Als Punkt des Yáng Wéi Mài hilft er bei Schläfenkopfschmerzen, depressiver Verstimmung und Schwierigkeiten, sich anderen gegenüber abzugrenzen.

           
SJ 15   Tianliáo
            Grube des Himmels


Lage: Auf dem Trapezius, auf halbem Weg zwischen Akromion und Dornfortsatz des siebenten Halswirbels, 1 cun hinter G 21.

Massage: Tianliáo hat eine entspannende Wirkung auf den Schultergürtel. Wenn man viel Bürde auf seine Schultern geladen hat, wird der Druck und die Müdigkeit plötzlich bewusst und man spürt, dass es an der Zeit ist, die Schultern loszulassen und Verantwortung abzugeben – das Ego loszulassen und sich den Gefühlen hinzugeben.

„Ich spüre Entspannung und Wärme im Kapuzenmuskel.“
„Tianliáo vertieft die Atmung.“
„Einerseits fühle ich mich wie festgenagelt, andererseits hebe ich mich mit hellen Flügeln, die mir hinten aus den Schultern wachsen.“
„Ich fühle weiche und sanfte Entlastung. Der Punkt macht mir meine Erschöpfung bewusst.“
„Ich fühle Trauer und bekomme eine Gänsehaut. Ich lasse los und werde aufgefangen.“
„ Der Punkt löst Verspannungen auf der gleichen Kopfseite, ein warmer Strom fließt hinauf.“
„Ich sehe grellrot. Aus dem Rot kommt ein großer, runder Mund, geöffnet  zum Schrei. Im Schläfenbein pulsiert es und wird leicht taub.“
„Ich sehe tiefes Orange. Es zuckt im Oberbauch. Ich nehme Verspannungen in Schulter und Nacken deutlich wahr.“
„Ich spüre einen Schwindel im Kopf und ein Pulsieren im Oberbauch.“
„Ich fühle ein Kribbeln in der Lippe und im Kieferbereich. Die Oberschenkel zittern. Dann sehe ich gelbe Flecken als Nachbilder.“
„Ich sehe einen gelben Wasserstrudel und fühle ein Zittern in den Beinen. Dann sehe ich einen klaren Gebirgsbach in den Beinen.“
Wenn man ausgeruht ist, wirkt Tianliáo stärkend und erhöht die Kraft und Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und Neues in Angriff zu nehmen.
„Der Punkt fühlt sich angenehm an im Nacken und Hinterkopf. Ich sehe einen Raketenstart.“
„Ich bekomme einen Energieschub. Ich war ein Jüngling, hupfte auf ein galoppierendes Pferd und habe mich am Sattel festgekrallt – normalerweise würde ich mich das nicht trauen.“
„ Tianliáo nimmt meinen Regelschmerz im Unterbauch weg. Das Mondgefühl, was ich vorher hatte, verschwindet – ich fühle mich souverän, klar und kräftig; majestätisch seit Generationen.“
„Ich sehe schwarz-weiße diagonale Streifen - und einen Kreis mit einem Punkt in der Mitte.“
„Ich sehe eine Kordel in einer Kreisform – vier Stränge führen in die vier Himmelsrichtungen weg.“

Tianliáo hilft bei Verspannungen des Schultergürtels und damit zusammenhängenden Nacken-, Kopf- und Schulterschmerzen.

Nadelung: 5-20 mm schräg nach dorsal. Gefährlicher Punkt.
Rheumatische Erkrankungen des Schultergürtels und der Arme, Wetterfühligkeit, Verschlimmerung der Symptome bei Feuchtigkeit, Kälte und Wind.
Kopfschmerzen, steifer Nacken, Schiefhals, HWS-Syndrom.
Unfähigkeit, den Arm zu heben – Tianliáo aktiviert den M. supraspinatus.
Chronische Atemwegserkrankungen, hoher Blutdruck – Tianliáo wirkt regulierend auf den Druck, den wir uns selber machen, vor allem macht er übermäßigen psychischen Druck bewusst.



Acht Wundermeridiane (Eigenverlag, Wien 2006, über achim.eckert@gmx.net bestellbar)


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